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Kei­ne See­le geht ver­lo­ren? Was geschieht mit denen, die ster­ben? Die Bibel ant­wor­tet!

Kei­ne See­le geht ver­lo­ren? Was geschieht mit denen, die ster­ben? Die Bibel ant­wor­tet!

Kei­ne See­le geht ver­lo­ren, so leh­ren es eini­ge Theo­lo­gen. Es gibt einen Satz, der immer wie­der fällt, wenn Men­schen über den Tod spre­chen. Kei­ne See­le geht ver­lo­ren. Alle leben wei­ter. Alle fin­den ihren Weg. Es ist ein Satz, der trö­sten soll. Ein Satz, der die Angst neh­men will. Ein Satz, der sagt: Am Ende wird alles gut. Für alle. Ohne Aus­nah­me. Auch für die Tie­re. Auch für die gan­ze Schöp­fung. Alles lebt wei­ter auf eine uns unbe­kann­te Art und Wei­se. Das klingt schön. Das klingt hoff­nungs­voll. Das klingt nach einer Welt, in der nie­mand ver­lo­ren geht, in der nie­mand zurück­bleibt, in der am Ende alle geret­tet sind. Aber wir müs­sen ehr­lich fra­gen: Ist das wirk­lich so? Lehrt uns die Hei­li­ge Schrift das? Lehrt uns Jesus das? Oder ist das ein Trost, den wir uns selbst gemacht haben, weil wir den Trost der Hei­li­gen Schrift nicht mehr hören oder nicht mehr ertra­gen kön­nen?

Die Fra­ge ist nicht unwich­tig. Sie berührt das Zen­trum des­sen, was wir glau­ben. Sie berührt die Fra­ge, wer Gott ist, wer der Mensch ist und was Erlö­sung bedeu­tet. Sie berührt die Fra­ge, ob es einen Unter­schied macht, wie wir leben, ob wir glau­ben oder nicht glau­ben, ob wir Chri­stus anneh­men oder ableh­nen. Wenn am Ende ohne­hin alle geret­tet wer­den, wenn kei­ne See­le ver­lo­ren geht, dann ist das Evan­ge­li­um nicht mehr eine Bot­schaft, die zur Ent­schei­dung ruft. Dann ist es nur noch eine Infor­ma­ti­on über etwas, das sowie­so geschieht.

Schau­en wir in die Hei­li­ge Schrift. Schau­en wir, was sie sagt. Schau­en wir, was Jesus selbst lehrt. Nicht um Men­schen zu erschrecken. Nicht um Angst zu machen. Son­dern um die Wahr­heit zu hören. Um zu ver­ste­hen, was auf dem Spiel steht. Um zu begrei­fen, war­um das Evan­ge­li­um eine fro­he Bot­schaft ist.

Jesus spricht oft vom ewi­gen Leben. Er spricht davon, dass die, die an ihn glau­ben, nicht ver­lo­ren gehen, son­dern das ewi­ge Leben haben. Im Johan­nes­evan­ge­li­um sagt er: “Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er sei­nen ein­ge­bo­re­nen Sohn gab, damit alle, die an ihn glau­ben, nicht ver­lo­ren wer­den, son­dern das ewi­ge Leben haben” (Johan­nes 3,16). Damit alle, die an ihn glau­ben, nicht ver­lo­ren wer­den. Das setzt vor­aus, dass es ein Ver­lo­ren­ge­hen gibt. Dass es mög­lich ist, ver­lo­ren zu gehen. Dass nicht auto­ma­tisch alle geret­tet wer­den. Der Glau­be an Jesus ist der Weg, nicht ver­lo­ren zu gehen. Nicht der Glau­be an irgend­et­was. Nicht eine all­ge­mei­ne Hoff­nung. Son­dern der Glau­be an ihn.

Weni­ge Ver­se spä­ter sagt Jesus: “Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerich­tet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerich­tet, denn er glaubt nicht an den Namen des ein­ge­bo­re­nen Soh­nes Got­tes” (Johan­nes 3,18). Wer nicht glaubt, der ist schon gerich­tet. Das ist eine ern­ste Aus­sa­ge. Das ist kei­ne Dro­hung, die Jesus aus­spricht, um Men­schen zu mani­pu­lie­ren. Das ist eine Beschrei­bung der Wirk­lich­keit. Wer nicht an Jesus glaubt, wer sein Leben nicht auf ihn grün­det, wer sei­ne Schuld nicht bei ihm ablegt, der bleibt unter dem Gericht. Nicht weil Gott will­kür­lich ver­dammt, son­dern weil der Mensch die Ret­tung ablehnt, die Gott anbie­tet.

Und genau an die­ser Stel­le wider­spricht die Bibel jeder Form der All­ver­söh­nungs­leh­re. Nicht weil Gott klein­her­zig wäre. Nicht weil er Freu­de am Gericht hät­te. Son­dern weil die Hei­li­ge Schrift unmiss­ver­ständ­lich sagt: Ret­tung geschieht allein durch den Glau­ben an Jesus Chri­stus. Wer das Heil ablehnt, bleibt nicht unge­ret­tet, weil Gott ihn weg­stößt, son­dern weil er das ein­zi­ge Ret­tungs­an­ge­bot nicht annimmt, das Gott selbst aus Lie­be gege­ben hat. Die All­ver­söh­nung behaup­tet, dass am Ende alle geret­tet wer­den – unab­hän­gig von ihrem Glau­ben, unab­hän­gig von ihrer Ent­schei­dung, unab­hän­gig davon, ob sie Chri­stus anneh­men oder ableh­nen. Doch Jesus sagt das Gegen­teil: Wer nicht glaubt, ist schon gerich­tet. Nicht, weil Gott nicht ret­ten will, son­dern weil der Mensch die Ret­tung ver­wei­gert.

Die All­ver­söh­nung klingt mensch­lich tröst­lich, aber sie nimmt dem Kreuz sei­ne Dring­lich­keit, der Gna­de ihre Tie­fe und dem Glau­ben sei­ne Not­wen­dig­keit. Wenn am Ende alle geret­tet wür­den, wäre das Kreuz nicht mehr der ein­zi­ge Weg, son­dern nur einer von vie­len. Doch Jesus sagt: „Ich bin der Weg.“ Nicht ein Weg. Nicht ein mög­li­cher Weg. Der Weg. Und wer die­sen Weg ablehnt, bleibt nicht auto­ma­tisch trotz­dem geret­tet. Die Bibel kennt kei­ne Erlö­sung ohne Chri­stus, kei­ne Ret­tung ohne Glau­ben, kei­ne Ver­söh­nung ohne das Kreuz. Wer etwas ande­res pre­digt, lehrt, ver­kün­det, ist ein Irr­leh­rer, ein gefähr­li­cher Ver­füh­rer. Gera­de des­halb ist das Evan­ge­li­um so ernst – und so vol­ler Hoff­nung. Denn jeder, der glaubt, wird nicht gerich­tet. Jeder, der zu Chri­stus kommt, wird ange­nom­men. Jeder, der sei­ne Schuld bei ihm ablegt, wird frei. Aber nie­mand wird gegen sei­nen Wil­len geret­tet. Die Lie­be Got­tes zwingt nicht – sie lädt ein. Und die­se Ein­la­dung ist heu­te genau­so offen wie damals.

Jesus spricht vom Gericht. Er tut das nicht sel­ten. Er tut das nicht nur am Ran­de. Er spricht vom Gericht als einer Wirk­lich­keit, die kommt. Im Mat­thä­us­evan­ge­li­um beschreibt er das letz­te Gericht. Er sagt: “Wenn aber der Men­schen­sohn kom­men wird in sei­ner Herr­lich­keit und alle Engel mit ihm, dann wird er sit­zen auf dem Thron sei­ner Herr­lich­keit, und alle Völ­ker wer­den vor ihm ver­sam­melt wer­den. Und er wird sie von­ein­an­der schei­den, wie ein Hirt die Scha­fe von den Böcken schei­det” (Mat­thä­us 25,31–32). Er wird sie von­ein­an­der schei­den. Das ist kei­ne sym­bo­li­sche Rede. Das ist eine Ansa­ge. Es gibt eine Schei­dung. Es gibt die einen und die ande­ren. Es gibt die, die zur Rech­ten ste­hen, und die, die zur Lin­ken ste­hen. Und die­se Schei­dung hat Kon­se­quen­zen.

Jesus fährt fort und beschreibt die­se Kon­se­quen­zen. Zu denen zur Rech­ten sagt er: “Kommt her, ihr Geseg­ne­ten mei­nes Vaters, ererbt das Reich, das euch berei­tet ist von Anbe­ginn der Welt!” (Mat­thä­us 25,34). Zu denen zur Lin­ken aber sagt er: “Geht weg von mir, ihr Ver­fluch­ten, in das ewi­ge Feu­er, das berei­tet ist dem Teu­fel und sei­nen Engeln!” (Mat­thä­us 25,41). Und am Ende die­ser Schil­de­rung heißt es: “Und sie wer­den hin­ge­hen: die­se zur ewi­gen Stra­fe, aber die Gerech­ten in das ewi­ge Leben” (Mat­thä­us 25,46). Die­se zur ewi­gen Stra­fe. Die Gerech­ten in das ewi­ge Leben. Das sind zwei ver­schie­de­ne Aus­gän­ge. Zwei ver­schie­de­ne Wirk­lich­kei­ten. Nicht eine vor­über­ge­hen­de Läu­te­rung, nach der am Ende doch alle geret­tet wer­den. Son­dern ewi­ge Stra­fe und ewi­ges Leben.

Das ist schwer zu hören. Das ist schwer zu ertra­gen. Aber es ist das, was Jesus lehrt. Es ist nicht die ein­zi­ge Stel­le. Es gibt vie­le Stel­len, an denen Jesus vom Ver­lo­ren­ge­hen spricht. Er spricht von der brei­ten Pfor­te, die ins Ver­der­ben führt, und von der engen Pfor­te, die zum Leben führt (Mat­thä­us 7,13–14). Er spricht vom Unkraut, das am Ende ver­brannt wird (Mat­thä­us 13,40–42). Er spricht von den Knech­ten, die hin­aus­ge­wor­fen wer­den in die Fin­ster­nis (Mat­thä­us 22,13). Er spricht von denen, die rufen: Herr, Herr, und denen er sagen wird: Ich habe euch nie gekannt (Mat­thä­us 7,21–23). All die­se Wor­te sind ernst. All die­se Wor­te sind eine War­nung. All die­se Wor­te zei­gen, dass es mög­lich ist, ver­lo­ren zu gehen.

Pau­lus lehrt das­sel­be. Er schreibt an die Thes­sa­lo­ni­cher: “Denn es ist gerecht bei Gott, mit Bedräng­nis zu ver­gel­ten denen, die euch bedrän­gen, euch aber, die ihr Bedräng­nis lei­det, Ruhe zu geben mit uns, wenn der Herr Jesus sich offen­ba­ren wird vom Him­mel her mit den Engeln sei­ner Macht in Feu­er­flam­men, Ver­gel­tung zu üben an denen, die Gott nicht ken­nen und die nicht gehor­sam sind dem Evan­ge­li­um unse­res Herrn Jesus. Die wer­den Stra­fe erlei­den, das ewi­ge Ver­der­ben, vom Ange­sicht des Herrn her und von sei­ner herr­li­chen Macht” (2. Thes­sa­lo­ni­cher 1,6–9). Ewi­ges Ver­der­ben. Das ist Pau­lus, nicht ein mit­tel­al­ter­li­cher Pre­di­ger, der mit der Höl­le droht. Das ist der Apo­stel, der das Evan­ge­li­um der Gna­de ver­kün­digt. Und er spricht vom ewi­gen Ver­der­ben für die, die Gott nicht ken­nen und dem Evan­ge­li­um nicht gehor­sam sind.

Das Neue Testa­ment lehrt nicht, dass alle geret­tet wer­den. Es lehrt, dass Ret­tung durch Jesus Chri­stus kommt. Dass es kei­nen ande­ren Weg gibt. Petrus sagt in sei­ner Pre­digt: “Und in kei­nem andern ist das Heil, auch ist kein and­rer Name unter dem Him­mel den Men­schen gege­ben, durch den wir sol­len selig wer­den” (Apo­stel­ge­schich­te 4,12). Kein ande­rer Name. Nicht vie­le Wege, die alle zum Ziel füh­ren. Son­dern ein Name. Ein Weg. Eine Tür. Jesus selbst sagt: “Ich bin der Weg und die Wahr­heit und das Leben; nie­mand kommt zum Vater denn durch mich” (Johan­nes 14,6). Nie­mand kommt zum Vater denn durch mich. Das ist kei­ne Enge, die Jesus aus Bos­haf­tig­keit auf­rich­tet. Das ist die Wirk­lich­keit der Erlö­sung. Gott hat einen Weg berei­tet. Und die­ser Weg heißt Jesus Chri­stus.

War­um ist das so? War­um gibt es nicht vie­le Wege? War­um wer­den nicht alle auto­ma­tisch geret­tet? Die Ant­wort liegt in der Natur der Sün­de und in der Natur der Erlö­sung. Sün­de ist nicht ein­fach ein Feh­ler, der kor­ri­giert wer­den muss. Sün­de ist Rebel­li­on gegen Gott. Sün­de ist die Abwen­dung von dem, der das Leben ist. Sün­de ist der Ver­such, ohne Gott zu leben, sich selbst zum Maß­stab zu machen, das eige­ne Leben selbst zu bestim­men. Und die Fol­ge der Sün­de ist der Tod. Pau­lus schreibt: “Denn der Sün­de Sold ist der Tod; die Gabe Got­tes aber ist das ewi­ge Leben in Chri­stus Jesus, unserm Herrn” (Römer 6,23). Der Sün­de Sold ist der Tod. Nicht weil Gott will­kür­lich bestraft, son­dern weil Sün­de von Gott trennt. Und wer von Gott getrennt ist, ist vom Leben getrennt.

Erlö­sung ist nicht ein­fach eine Ver­bes­se­rung unse­rer Lage. Erlö­sung ist Ret­tung aus dem Tod. Erlö­sung ist die Ver­söh­nung mit Gott, die durch das Opfer Jesu Chri­sti gesche­hen ist. Jesus ist am Kreuz gestor­ben, damit wir nicht ster­ben müs­sen. Er hat unse­re Sün­de auf sich genom­men, damit wir Ver­ge­bung emp­fan­gen kön­nen. Er ist auf­er­stan­den, damit wir leben kön­nen. Aber die­se Erlö­sung muss ange­nom­men wer­den. Sie geschieht nicht auto­ma­tisch. Sie ist ein Geschenk, aber ein Geschenk, das man anneh­men muss. Wer das Geschenk ablehnt, wer sagt: Ich brau­che kei­nen Erlö­ser, ich kom­me selbst zurecht, wer Jesus nicht als Herrn aner­kennt, der bleibt in sei­ner Sün­de. Und wer in sei­ner Sün­de bleibt, der bleibt unter dem Gericht.

Das ist hart. Das wider­spricht dem Gefühl vie­ler Men­schen heu­te. Wir leben in einer Zeit, in der die Vor­stel­lung von Gericht und Ver­damm­nis als unbarm­her­zig gilt. Wir wol­len einen Gott, der alle ret­tet. Einen Gott, der am Ende doch nie­man­den ver­lo­ren gehen lässt. Einen Gott, der nicht rich­tet, son­dern nur liebt. Aber die Lie­be Got­tes und das Gericht Got­tes wider­spre­chen sich nicht. Gott ist Lie­be. Aber Gott ist auch gerecht. Und Gerech­tig­keit bedeu­tet, dass Sün­de nicht ein­fach igno­riert wird. Dass das Böse nicht ein­fach unter den Tep­pich gekehrt wird. Dass die­je­ni­gen, die ande­re gequält haben, die gelo­gen haben, die gemor­det haben, die Gott ver­ach­tet haben, nicht ein­fach so davon­kom­men, als wäre nichts gesche­hen.

Und die­se Wahr­heit gilt nicht nur für ein­zel­ne Men­schen, son­dern auch für die­je­ni­gen, die heu­te poli­ti­sche Macht aus­üben. Auch sie ste­hen unter Got­tes Gericht. Auch sie sind ver­ant­wort­lich für ihr Han­deln. Wenn poli­ti­sche Füh­rer gna­den­los Krieg füh­ren, wenn sie Gewalt recht­fer­ti­gen, wenn sie Unter­drückung reli­gi­ös bemän­teln und mei­nen, im Namen Got­tes zu han­deln, dann ist das nichts ande­res als Got­tes­lä­ste­rung. Denn Gott lässt sich nicht für mensch­li­che Macht­spie­le instru­men­ta­li­sie­ren. Er seg­net kei­ne Aggres­si­on. Er legi­ti­miert kei­ne Grau­sam­keit. Er steht nie­mals auf der Sei­te derer, die Leid ver­ur­sa­chen und es dann mit from­men Wor­ten über­tün­chen. Die Bibel ist ein­deu­tig: Gott ist ein Gott der Wahr­heit, der Gerech­tig­keit und des Frie­dens – und wer sei­nen Namen miss­braucht, um Unrecht zu recht­fer­ti­gen, wird sich vor ihm ver­ant­wor­ten müs­sen.

Gott rich­tet. Aber Gott hat auch einen Weg berei­tet, dem Gericht zu ent­ge­hen. Und die­ser Weg ist Jesus Chri­stus. Wer an ihn glaubt, wer sei­ne Schuld bei ihm ablegt, wer ihm ver­traut, der wird nicht gerich­tet. Der hat das ewi­ge Leben. Der ist von der Ver­damm­nis befreit. Das ist die fro­he Bot­schaft. Das ist das Evan­ge­li­um. Nicht dass alle sowie­so geret­tet wer­den, son­dern dass es einen Weg der Ret­tung gibt. Und die­ser Weg ist offen. Für jeden. “Denn Gott will, dass allen Men­schen gehol­fen wer­de und sie zur Erkennt­nis der Wahr­heit kom­men” (1. Timo­theus 2,4). Gott will, dass allen gehol­fen wer­de. Aber nicht alle neh­men die­se Hil­fe an. Nicht alle kom­men zur Erkennt­nis der Wahr­heit. Nicht alle glau­ben.

Und genau hier zeigt sich, wie gefähr­lich die All­ver­söh­nungs­leh­re wirk­lich ist. Denn wenn man sie zu Ende denkt, bedeu­tet sie: Am Ende wür­den selbst die gott­lo­se­sten Mör­der, die grau­sam­sten Täter, die schlimm­sten Ver­bre­cher – Men­schen, die ande­re zer­stört, gequält, miss­braucht, ernied­rigt haben – ein­fach so geret­tet wer­den. Ohne Umkehr. Ohne Buße. Ohne Glau­ben. Ohne Chri­stus. Hit­ler, Sta­lin, und die schlimm­sten Kin­der­schän­der und Gewalt­tä­ter – alle wür­den am Ende im Him­mel ste­hen, als wäre nichts gewe­sen. Was für eine fal­sche und gefähr­li­che Irr­leh­re. Denn das wür­de bedeu­ten, dass Gott das Böse am Ende doch nicht ernst nimmt. Dass das Leid der Opfer kei­ne Rol­le spielt. Dass Gerech­tig­keit nur ein from­mes Wort ist. Dass das Kreuz nicht not­wen­dig war. Dass der Glau­be kei­ne Bedeu­tung hat. Dass die Ent­schei­dung des Men­schen irrele­vant ist. Und dass Jesus am Ende nicht der ein­zi­ge Weg wäre, son­dern nur eine Opti­on unter vie­len.

Die Bibel wider­spricht dem ent­schie­den. Sie sagt: Gott will, dass allen gehol­fen wer­de – ja. Aber sie sagt auch: Nicht alle wol­len sich hel­fen las­sen. Gott bie­tet Ret­tung an – aber er zwingt nie­man­den. Er lädt ein – aber er über­geht kei­nen Wil­len. Er öff­net den Weg – aber er respek­tiert die Ent­schei­dung des Men­schen. Die All­ver­söh­nung klingt mensch­lich tröst­lich, aber sie ist zutiefst unbi­blisch. Sie nimmt dem Evan­ge­li­um sei­ne Dring­lich­keit, dem Kreuz sei­ne Not­wen­dig­keit und der Gna­de ihre Tie­fe. Denn Gna­de ist nur dann Gna­de, wenn sie ange­nom­men wird. Und Ret­tung ist nur dann Ret­tung, wenn man sich ret­ten lässt.

Und genau das macht die All­ver­söh­nungs­leh­re so wider­sprüch­lich: Sie behaup­tet am Ende, dass selbst die­je­ni­gen ver­söhnt und ange­nom­men wer­den, die es gar nicht wol­len. Men­schen, die ihr Leben lang Chri­stus abge­lehnt haben, die sei­ne Gna­de ver­spot­tet, sei­ne Ein­la­dung igno­riert, sei­ne Lie­be zurück­ge­wie­sen haben – sie alle wür­den am Ende „zwangs­ge­ret­tet“. Das aber wider­spricht nicht nur der Bibel, son­dern auch dem Wesen Got­tes. Gott zwingt nie­man­den in sei­ne Gegen­wart. Lie­be, die zwingt, ist kei­ne Lie­be. Gna­de, die auf­ge­zwun­gen wird, ist kei­ne Gna­de. Erlö­sung, die ohne Glau­ben geschieht, ist kei­ne Erlö­sung. Die All­ver­söh­nung macht aus Gott einen, der den mensch­li­chen Wil­len über­geht, der die Ent­schei­dung des Men­schen nicht ernst nimmt und der am Ende sogar die­je­ni­gen ret­tet, die aus­drück­lich nicht geret­tet wer­den wol­len. Das ist nicht bibli­sche Hoff­nung, son­dern eine gefähr­li­che Ver­zer­rung des Evan­ge­li­ums. Denn Gott lädt ein – aber er zwingt nicht. Er ruft – aber er über­geht nie­man­den. Sei­ne Lie­be respek­tiert den Men­schen so sehr, dass sie sei­ne Ent­schei­dung ernst nimmt, selbst wenn sie tra­gisch ist.

Was ist mit den Tie­ren? Was ist mit der Schöp­fung? Die Bibel sagt wenig über das ewi­ge Schick­sal der Tie­re. Pau­lus schreibt, dass die gan­ze Schöp­fung seufzt und sich äng­stigt bis jetzt und war­tet auf die Offen­ba­rung der Herr­lich­keit der Kin­der Got­tes (Römer 8,19–22). Die Schöp­fung wird befreit wer­den von der Knecht­schaft der Ver­gäng­lich­keit. Es wird eine neue Schöp­fung geben. Einen neu­en Him­mel und eine neue Erde. Ob die Tie­re, die wir gekannt haben, dort sein wer­den, sagt die Hei­li­ge Schrift nicht aus­drück­lich. Es gibt Hin­wei­se dar­auf, dass in der neu­en Schöp­fung Tie­re sein wer­den (Jesa­ja 11,6–9).

Aber die Hei­li­ge Schrift spricht nicht von einer Erlö­sung der Tie­re in dem Sin­ne, wie sie von der Erlö­sung der Men­schen spricht. Die Tie­re sind nicht in der­sel­ben Lage wie die Men­schen. Sie sind nicht gefal­len wie die Men­schen gefal­len sind. Sie sind nicht schul­dig vor Gott wie die Men­schen schul­dig sind. Sie brau­chen kei­ne Ver­ge­bung. Sie brau­chen kei­ne Ver­söh­nung mit Gott. Sie sind Teil der Schöp­fung, die unter der Fol­ge der mensch­li­chen Sün­de lei­det, aber sie sind nicht selbst Sün­der.

Was ist mit denen, die nie von Jesus gehört haben? Die­se Fra­ge wird oft gestellt. Und sie ist berech­tigt. Pau­lus schreibt im Römer­brief, dass Gott sich allen Men­schen geof­fen­bart hat, durch die Schöp­fung (Römer 1,19–20). Das bedeu­tet: Die Men­schen haben eigent­lich genug Hin­wei­se auf Gott. Sie sehen sei­ne Spu­ren in der Schöp­fung, in ihrem Gewis­sen, in der Schön­heit und Ord­nung der Welt. Sie wis­sen inner­lich, dass es einen Gott gibt – aber sie wol­len ihn nicht als Gott aner­ken­nen. Sie geben ihm nicht die Ehre, die ihm zusteht. Und des­halb kön­nen sie sich am Ende nicht her­aus­re­den. Sie sind „ohne Ent­schul­di­gung“, weil sie das Licht, das sie hat­ten, bewusst igno­riert haben.

Pau­lus schreibt auch: “Denn wenn Hei­den, die das Gesetz nicht haben, doch von Natur tun, was das Gesetz for­dert, so sind sie, obwohl sie das Gesetz nicht haben, sich selbst Gesetz. Sie bewei­sen damit, dass in ihr Herz geschrie­ben ist, was das Gesetz for­dert, zumal ihr Gewis­sen es ihnen bezeugt, dazu auch die Gedan­ken, die ein­an­der ankla­gen oder auch ent­schul­di­gen” (Römer 2,14–15). Es gibt ein Wis­sen um Gott, das allen Men­schen zugäng­lich ist. Es gibt ein Gewis­sen, das allen Men­schen gege­ben ist. Aber die­ses Wis­sen und die­ses Gewis­sen rei­chen nicht aus, um geret­tet zu wer­den. Sie rei­chen aus, um uns unse­rer Schuld bewusst zu machen. Sie rei­chen aus, um uns zu zei­gen, dass wir Gott ver­feh­len. Aber sie rei­chen nicht aus, um uns zu erlö­sen. Erlö­sung kommt allein durch Jesus Chri­stus.

Die Hei­li­ge Schrift sagt nicht, dass alle, die nie von Jesus gehört haben, auto­ma­tisch ver­lo­ren gehen. Sie sagt aber auch nicht, dass sie auto­ma­tisch geret­tet wer­den.

Sie sagt, dass Gott gerecht rich­tet. Dass er das Herz kennt. Dass er weiß, wer ihn gesucht hat und wer nicht. Dass er barm­her­zig ist. Aber sie sagt auch, dass Ret­tung nur durch Jesus Chri­stus kommt. Die­se Span­nung müs­sen wir aus­hal­ten. Wir dür­fen nicht über das hin­aus­ge­hen, was die Hei­li­ge Schrift sagt. Wir dür­fen nicht spe­ku­lie­ren. Wir dür­fen Gott ver­trau­en, dass er gerecht ist. Aber wir dür­fen nicht die Dring­lich­keit der Mis­si­on auf­ge­ben. Wir müs­sen das Evan­ge­li­um ver­kün­di­gen, weil Men­schen ohne Chri­stus ver­lo­ren sind. Das ist der Auf­trag, den Jesus gege­ben hat: “Gehet hin in alle Welt und pre­digt das Evan­ge­li­um aller Krea­tur” (Mar­kus 16,15). Weil es wich­tig ist. Weil es Leben und Tod bedeu­tet.

Die Vor­stel­lung, dass kei­ne See­le ver­lo­ren geht, ist mensch­lich ver­ständ­lich. Sie ent­springt dem Wunsch, dass am Ende alles gut wird. Dass nie­mand lei­den muss. Dass alle geret­tet wer­den. Aber sie ent­spricht nicht der Leh­re der Hei­li­gen Schrift. Sie ent­spricht nicht dem, was Jesus selbst gesagt hat. Und wenn wir ehr­lich sind, müs­sen wir zuge­ben, dass die­se Vor­stel­lung auch die Ernst­haf­tig­keit des Evan­ge­li­ums unter­gräbt. Wenn am Ende ohne­hin alle geret­tet wer­den, war­um soll­te ich dann glau­ben? War­um soll­te ich mein Leben ändern? War­um soll­te ich Jesus nach­fol­gen, wenn ich auch ohne ihn zum sel­ben Ziel kom­me?

Das Evan­ge­li­um ist eine fro­he Bot­schaft, weil es Ret­tung anbie­tet. Weil es einen Weg aus dem Tod ins Leben gibt. Weil Jesus am Kreuz gestor­ben ist, damit wir leben kön­nen. Die­se Bot­schaft ver­liert ihre Kraft, wenn wir sagen, dass alle sowie­so geret­tet wer­den. Das Evan­ge­li­um ist dring­lich. Es ruft zur Umkehr. Es ruft zum Glau­ben. Es ruft dazu, Jesus als Herrn anzu­neh­men. Nicht weil Gott grau­sam wäre, son­dern weil es kei­ne ande­re Ret­tung gibt. Weil Jesus der Weg ist. Der ein­zi­ge Weg.

Chri­stus ist gestor­ben und auf­er­stan­den. Für uns. Damit wir nicht ver­lo­ren gehen. Damit wir das ewi­ge Leben haben. Das ist die Mit­te des Glau­bens. Das ist die Hoff­nung, die trägt. Nicht die Hoff­nung, dass alle sowie­so geret­tet wer­den. Son­dern die Hoff­nung, dass Jesus ret­tet. Dass er mich ret­tet. Dass er dich ret­tet. Dass alle, die an ihn glau­ben, nicht ver­lo­ren wer­den. Das ist genug. Das ist die fro­he Bot­schaft.

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